Taufe
Mit der Taufe wird der Mensch Christ und Mitglied der Kirche. Gott sagt mit der Taufe Ja zu dir. Gottes Segen soll dich in deinem Leben als Christ:in begleiten.
In unserer Gemeinde bieten wir Taufen in der Regel im Gottesdienst am Sonntagmorgen in der Ludwigskirche an. Dafür haben wir bestimmte Taufgottesdienste vorgesehen, in denen bis zu drei Taufen stattfinden. Aktuelle Termine finden Sie im Gemeindebrief. Das Taufgespräch wird in der Regel zwei bis vier Wochen vor der Taufe geführt. Bitte melden Sie sich dazu im Pfarrbüro.

1. Taufe ohne Glaube ist ungültig. Ein Kleinkind kann noch nicht verstehen, was dabei geschieht, und empfängt darum auch die Taufe nicht im Glauben.
Diese Anfrage speist sich aus der Überzeugung, dass die Taufe eine aus dem Glauben an Jesus Christus gegebene Antwort auf den Ruf in die Nachfolge Jesu ist. Zu neutestamentlichen Zeiten war das sicher das Grundmodell von Taufe. Und dieses darf es auch weiterhin geben: Menschen entdecken den christlichen Glauben für sich als heilsam und entscheiden sich ganz bewusst und mündig dafür, sich taufen zu lassen.
Aber schon in der Tatsache, dass man sich nicht selbst taufen kann, steckt ein Hinweis darauf, dass die Taufe nicht primär unser Tun, sondern ein Tun Gottes an uns ist. In der Taufe wird uns nämlich ganz persönlich zugesagt, dass Gott uns als seine Kinder ansieht, und er sich mit uns verbunden hat. Und damit werden wir Glied am Leib Christi. Diese Zusage Gottes braucht unsere Antwort, unseren Glauben.
Denn erst, wo wir aus dem Vertrauen leben, dass wir zu Gott gehören, dass er uns trägt durch Schönes und durch Schweres, nimmt die Zusage der Taufe Gestalt an in unserem Leben. Sie gilt aber unabhängig davon, wie ernst wir sie in unserem Lebenswandel nehmen. Denn unser Lebenswandel kann nie begründen, dass Gott uns gnädig ist. Und weil die Taufe eine Zusage ist, die von Gott her gilt, und unser Glaube die Antwort darauf ist, kann der Glaube auch der Taufe folgen. Darum ist es auch möglich, unmündige Kinder zu taufen.
Denn erst, wo wir aus dem Vertrauen leben, dass wir zu Gott gehören, dass er uns trägt durch Schönes und durch Schweres, nimmt die Zusage der Taufe Gestalt an in unserem Leben. Sie gilt aber unabhängig davon, wie ernst wir sie in unserem Lebenswandel nehmen. Denn unser Lebenswandel kann nie begründen, dass Gott uns gnädig ist. Und weil die Taufe eine Zusage ist, die von Gott her gilt, und unser Glaube die Antwort darauf ist, kann der Glaube auch der Taufe folgen. Darum ist es auch möglich, unmündige Kinder zu taufen.
2. Die Taufe ist als Sakrament auf das Erleben ausgerichtet. Menschen sollen darum in einem Alter getauft werden, in dem sie sich ihr Leben lang an die Taufe erinnern können.
In der Tat hat sich in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen eine Entwicklung ergeben, in der immer mehr Kinder im späten Kindergarten- oder im Grundschulalter getauft werden. Die Frage ist, ob mit diesem Anliegen einer „bewussten“ Taufe dem eigenen Erleben und der Erinnerung an das Erlebte nicht zuviel zugemutet wird. Kann es nicht auch eine besondere Kraft haben, zu wissen: Ich bin von Anfang an mit Gott in Kontakt gewesen, Gott sah mich schon als sein Kind an, bevor ich mir seiner und meiner selbst bewusst wurde? Diese Einsicht kann dann allerdings nur wachsen, wenn mir bei jeder Taufe, die ich miterlebe, deutlich wird: Was dem Täufling zugesprochen wird, das wurde einst auch mir zugesprochen. Darum ist auch die sogenannte Tauferinnerung so wichtig.
3. Unser Kind soll einmal selbst entscheiden, ob es getauft werden will. Wir als Eltern können doch diese Entscheidung jetzt noch nicht treffen.
Dieser Einwand gründet auf unserer modernen Überzeugung, dass jeder für sich selbst entscheiden können soll – gerade auch in so existenziellen Fragen wie der Religion. Aber er verkennt, dass Eltern ihre Kinder in vielerlei Hinsicht auf einen bestimmten Weg ins Leben bringen müssen – und auch sollen! Eltern müssen ja auch entscheiden, auf welche Schule ihr Kind geht, ob und welchen Sport es ausüben soll, welche Bücher es liest, welche Computerspiele es spielt. Ein unmündiges Kind taufen zu lassen bedeutet, mich dafür zu entscheiden, dass mein Kind mit Gott ins Leben geht. Und daraus folgt, dass ich mein Kind mit Gott, mit Glauben und Kirche in Kontakt bringe. Ob es diesen Weg mit Gott später, wenn es für sein Leben selbst verantwortlich ist, weitergehen mag, steht ihm frei. Die Entscheidung kann Eltern leichtergemacht werden, wenn sie in den Angeboten der Kirche entdecken, wie sie ihrem Kind den Weg zu Gott ebnen können: von Krabbelgottesdienst über die religiöse Erziehung im Kindergarten, von Taufelternseminaren bis hin zu Glaubenskursen für die Eltern selbst.
Oberkirchenrat Dr. Matthias Kreplin